The body’s art

Documenta, Decolonycities & Deutsch-Südwest-Afrika
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Documenta, Decolonycities & Deutsch-Südwest-Afrika

Über Namibia hängt ein Schatten – nicht nur wegen der tiefstehenden Sonne über der malerischen Etosha-Pfanne. Bei aller Wüstenromantik: Auch mit der Rückgabe von Raubkunst an die ehemals deutsche Kolonie bleibt der Frieden trügerisch. Das Verhältnis zu den Erbauern der ersten deutschen Konzentrationslager ist alles andere als geklärt.

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Indigener Tanz

Die Neue Indigene Welle

Rituale, Älteste, Ahnen und sehr viel Land. In den Coast Salish Territorien im Nordwesten Kanadas lebt ein zeitgenössischer indigener Tanz auf: ringsum das erst 1886 gegründete Vancouver. Lange war der indigene Tanz hier verboten. Jetzt dreht sich der Wind.

Alles gelb auf 71° N

Noch 2000 Kilometer bis zum Nordpol

Ein gewaltiges Fest auf der Insel Ingøy im nördlichsten Norwegen vereint Publikum und Tanzende unter arktischem Himmel. Unweit der russischen Grenze feiert das Theater die Landschaft. Mit dabei: Hans-Thies Lehmann, der kürzlich verstorbene Doyen des postdramatischen Theaters. Für ihn war die Landschaft Widersacher und Zentrum des Theaters zugleich. Eine Festbeschreibung und ein letzter Text von ihm.

Das Wunder von Marseille

Die künstlerisch erfolgreichste Ballettkompanie der Welt kommt derzeit aus Marseille. Angeführt wird das Riesenunternehmen von einem dreiköpfigen Kollektiv. Alle dürfen bei den Proben des Ballet National de Marseille dabei sei, selbst die Verwaltung. Die Produktionen treffen den Zeitgeist. Von Lucinda Childs bis zu georgischen Volkstänzen lädt das Kollektiv (LA)HORDE jede und jeden ein, wieder Spaß am Tanz zu haben.

Springdance festival

Nach Schönheit graben

Nichts ist dem Westen fremder als indischer Tanz. Seine Wurzeln sind verschüttet. Umso mehr ziehen Statuen von nackten Tänzerinnen an den Tempeln von Karnataka solche Touristen an, die Bajaderen sehen wollen: als Prostituierte verunglimpfte Tänzerinnen. In Wahrheit ist der indischer Tanz eine fortdauernde Rekonstruktion aus zahllosen Bruchstücken seiner sehr langen Geschichte. Ihr hat sich die Choreografin Padmini Chettur äußerst sensibel angenommen.

Sorben Lausitz

In der Lausitz

Sie nennen sich Sorben und Wenden. Ihre Existenz in Deutschlands östlichstem Osten bemerken Fremde oft nur an zweisprachigen Ortsschildern, sobald sie über die sanften Hügel in diese andere Kultur gelangen. Hier wehren sich die Menschen mit kräftigen Tänzen, alten und neuen, gegen den Verlust des Eigensinns.

Fremder Tanz

Die Moderne wäre nicht vorstellbar ohne das Spiel von Aneignung und Appropriation, einem Global Groove aus Kunst, Tanz, Performance und Protest. Der deutsche Maler Ernst-Ludwig Kirchner begeisterte sich schon früh für außereuropäische Kulturen. Und für den Tanz. Genau hier fand die Avantgarde ihren Ausgangspunkt: in der Bewegung im Fremden.

Dort wo die Jungs sind

Der Wunsch zu kämpfen

Wer kämpft, ist ein Krieger. Oder ein Künstler? Der israelische Choreograf Yotam Peled erforscht die Ähnlichkeiten zwischen Kampf- und Tanzpraktiken. Ein Gespräch über (Gewalt-)Fantasien, Zärtlichkeit, Schmerz und Verletzlichkeit.

Moving Cities Hong Kong

Das tanzende Cluster

Hongkong ist im Lockdown. Neue Gesetze, auch zur Eindämmung des Virus, machen es der Stadt nicht leichter, in ihre immer noch neue Rolle zu finden. So geht es auch der Tanzszene. Sie wagt weiterhin den Aufbruch, versucht aber auch neue Wege zu gehen und mit Traditionen zu brechen

Die Unfähigkeit zu helfen

Die Unfähigkeit zu helfen

Burkina Faso ist eins der ärmsten Länder, in Afrika und in der Welt. Hier findet, trotz Militärputsch, ein Tanzfestival statt, das seinen Gästen tiefe Einblicke in die Mentalitäten der afrikanischen Tanzszene erlaubt. Hier wird gestritten, auf offener Bühne, es wird getanzt und es werden neue Partnerschaften geschmiedet. Europa hat dieses Festival bezahlt – um sich dieser Szene auf Augenhöhe zu nähern.

Mount Olympus - Jan Fabre

Kunst und Lüsternheit – Die Tragödie des Jan Fabre

Am 12. September 2018 veröffentlichten zwanzig Tänzerinnen der Antwerpener Kompanie Troubleyn einen offenen Brief in der digitalen flämischen Kunstzeitschrift „Rekto:Verso“, in dem sie den Gründer und künstlerischen Leiter Jan Fabre beschuldigen, eine frauenfeindliche Atmosphäre geschaffen zu haben, in der „Demütigung an der Tagesordnung ist“

Shaman

In Sibirien

Ich bin fasziniert von Geistern. Schamanen in ganz Asien rufen Geister an. Aber wer kennt diese bedrohte Spezies noch? Dabei gehören Geister zur älteste Vision der Menschheit. Heute nennt man sie allenfalls Wiedergänger, die sich in der virtuellen Realität, in Comics, in der Malerei und auf der Bühne tummeln. Dort verkörpern sie den Wunsch, mit dem Jenseits in Kontakt treten zu können.

Tänzerinnen auf der Bühne des Stücks Made in Bangladesh

Alle Künstler sind „Made in Bangladesh“

Millionen und Abermillionen Kilometer Garn spulen weltweit und ohne Unterlass von der Rolle – in sämtlichen Stoff- und Nähfabriken auf dieser Erde. Mechanisch betrachtet, vollführen Garnrollen eine nahezu endlose Pirouette. Genau demselben Prinzip folgt der menschliche Körper beim Tanz.

Grenzen sind Chancen

Das Theater will dreifach gut sein. Gut zum Bürger. Gut zur Kultur. Und gut zum Zeitgeist. Gut zu sein, gehört zum Wesen des Theaters, das sich nicht vorwerfen lassen will, etwa rassistisch oder nicht wirklich klimaneutral zu sein. Doch verträgt sich dieser Anspruch wirklich mir der Realität innerhalb der Institution? Der Fall Raphael Hillebrand lässt daran Zweifeln.

Tanz Dance

«tanz.dance» ist ein journalistisches Projekt, herausgegeben von Arnd Wesemann, langjähriger Redakteur der Zeitschrift «tanz». Das Projekt ist unabhängig von Verlagen, um kritisch und lustvoll Bewegung, damit Veränderung, damit die Zukunft in den Künsten zu beschreiben – in gut recherchierten Reportagen mit digitalem, zweisprachigen Storytelling  internationaler Autor:innen.

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