Vorhang auf
deufert&plischke revisited

deufert&plischke
Vor der ersten gemeinsamen Performance 2001 am ZKM Karlsruhe: „How to knit your own polictial body“

Tanz ist keine stumme Sonderform des Theaters, sondern der Höhepunkt jedes Fests. Diese Erkenntnis zur Jahrtausendwende und die Begeisterung des Theaters für den Tanz wurden ein Paar. Dieses Paar hat einen Namen: den Künstlerzwilling deufert&plischke.

Wenn Kattrin Deufert und Thomas Plischke einladen, nehmt eine Zahnbürste mit. Ihre Feste dürfen getrost drei Tage dauern. Ihnen geht es um die Fähigkeit der Kunst, Gemeinschaften zu bilden, Zusammenhalt heraufzubeschwören, Synergien mit all denen zu schaffen, die da kommen. Um zu feiern. Um zu lernen. Und um zu tanzen.

Seit 25 Jahren sind die beiden ein Zwillingspaar, eine Keimzelle dessen, was man durch einander bewegen kann. Tanz ist kein choreografisches Meisterstück, sondern eine Kunstform, die das Publikum nicht auf Distanz hält, sondern es mitnimmt: hinein in die Geschichte des Tanzes ebenso wie in die radikale Gegenwart des sozialen Miteinanders.

Tanz ist kein Theater. Tanz ist ein Fest. Mit diesem Statement schaffen beide eine gefährlich Nähe auch zu sozialen Bewegungen, zu einem Miteinander als die Urform menschlicher Resilienz. Sie füllen konkurrenzlose eine Lücke, indem sie mit niemandem konkurrieren. Es ist eine Geschichte, die 2001 in Brüssel ihren Anfang nimmt, und 25 Jahre später in Südafrika noch einmal beginnt. Eine Geschichte, die das Verhältnis des Tanzes zu seinem vermeintlich einzigen Arbeitgeber, dem Theater, mehr als gründlich auf den Kopf stellt.

oben: „KonSequenzen“; rechts: „P.I.P.“

Lilo Nein & Martina Nowak
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