Tanz den Sarkasmus

Denis Rudoi als Satan auf der Probe zu „Suknia“ in der Vlada Yamy Tanzschule in Odessa

Caroline Gutman

Champagner am Schwarzen Meer. Drohnen über Kiew. Das ist kein Kontrast, sondern Realität in einem Land, das sich vom russischen Imperium zu befreien versucht. Zuerst ging das russische Ballett von Bord. Heute verkörpert die Tanzkunst – im Westen maßlos unterschätzt – den aufrechten Gang der Ukraine.

Anna Nemtsova
Anna Nemtsova

Die Kraft der Choreografie von Vitaly Kuznetsov und der Tanz von Denis Rudoi, beides wirkt erfrischend und bedrohlich zugleich. Bereits nach fünf Minuten dieser Aufführung mit dem Titel „Suknia“ („Kleid“ auf Ukrainisch) ist man tief drin im Gewebe eines Kunstwerks, mitten in seiner brüchigen Textur menschlicher Existenz. Es geht um nichts Geringeres als Sünde und Schmerz, um die Tugendhaften und diejenigen, die nach Macht streben. „Das neue Ballett ist ein heißes Eisen“, gibt Denis Rudoi zu: „extrem philosophisch, emotional und pointiert. Eine Einladung an unser Publikum, leidenschaftlich zu fühlen und tief nachzudenken.“

Eine von sieben Todsünden: Probe zu „Suknia“

Caroline Gutman

Man will nichts weniger als eine neue Sprache des Tanzes finden, die frei ist von den russischen Einflüssen, die das Ballett der Ukraine mehr als ein Jahrhundert lang dominiert haben. Nach Jahren des Krieges und täglicher Drohnen- und Raketenangriffe auch in Odessa zeigen Denis Rudoi und Vitaly Kusnetsov mit ihrem Ballett „Suknia“ eine Geschichte menschlichen Sünden, fein abgemischt aus klassischen und zeitgenössischen Tanztechniken. Kuznetsov erlaubt den Tanzenden alle Freiheit der Welt, gestattet die Improvisation zur jazzig schnellen Musik des ukrainischen Komponisten Denis Aksyonov. Zehn langgliedrige, balletterprobte Profis rollen über den Boden, sind eng miteinander verflochten, heben einander hoch, fallen, robben über die Bühne. Der 29-jährige Denis Rudoi, ein kräftiger Tänzer, beherrscht als Satan das Zentrum. Geschmeidig wie eine gelenkige Katze jagt er über den Tanzboden. Seine Füße in roten Schuhen mit Absatz münden in immer schneller werdendem Wechselschritt in weichen, sauberen Sprüngen und Drehungen. Rudoi trägt als Satan einem weiten roten Rock, dessen Zottel und Bänder nach den Sündigen gieren – den Narzissten, Süchtigen, rachsüchtigen Menschen, die sich verzehren in einer Falle aus Gier, Lust und Gewalt.

Denis Rudoi (rechts) mit Oleksand Domilovsky und Maria Dimitrushkina

Caroline Gutman

Am frühen Morgen geht Denis Rudoi zur Probe über das nasse Kopfsteinpflaster der Altstadt von Odessa. Tief atmet er die salzige Luft ein, die aus dem Schwarzen Meer herüberweht. Er ist besorgt. „Ich dachte: ‚Was, wenn das Publikum zu sehr an klassischen Tanz, an stereotype Tschaikowski-Ballette gewöhnt ist? Was, wenn unsere neue Sprache und die Geschichte vom Krieg zwischen guten und bösen Menschen nicht verstanden, sogar abgelehnt wird?‘“. „Es stimmt“, räsoniert er weiter, „wir zeigen menschliche Schwächen. Jede Szene reflektiert eine der sieben Todsünden. Bei uns wirkt selbst Satan weniger gewalttätig und ungerecht als die Menschen selbst. In einer Szene versuchen vier Frauen, einen Mann zu verführen. Er aber wählt einen Mann als Partner und schenkt ihm Blumen“. Den Frauen auf der Bühne bricht das Herz: „Eine solche Darstellung war für das ukrainische Publikum neu, aber sie wurde begeistert aufgenommen, wegen ihrer Leichtigkeit und Freundlichkeit sogar geliebt.“

Vitaly Kuznetsov posiert im Moriana Center of Children and Junior Creativity

Caroline Gutman

„Suknia“ entstand 2024 und ist seitdem mehr als zwanzig Mal im Akademischen Theater der Musikalischen Komödie von Odessa aufgeführt worden. 1982 in der Sowjetzeit für 1.300 Zuschauer erbaut, ist Vitaly Kuznetsov seit 2020 der hier bestimmende Ballettmeister. Er inszeniert Musicals, Operette und zeitgenössisches Ballett. „Der erste Tag der groß angelegten Invasion, der 24. Februar 2022, war eine echte Apokalypse für unsere Ballettwelt“, sagt er: „Bis zu 70 Prozent meiner Tänzer und Tänzerinnen, vor allem Frauen mit Kindern, mussten das Land verlassen und fliehen“. Bereits am 25. Februar, am Tag zwei, verkündete der ukrainische Grenzschutzdienst, dass Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen und für die Wehrpflicht zur Verfügung stehen müssen. „Einige unserer Tänzer wurden an die Front eingezogen, mindestens zwei verwundet.“ Sowohl Kuznetsov als auch Rudoi stehen derzeit nur in Reserve. Das kann sich schnell ändern: Wenn das Land sie braucht, werden auch sie an die Front geschickt.

Vitaly Kuznetsov hat seine gesamte Karriere dem Akademischen Theater der Musikalischen Komödie zu verdanken: Von 1999 bis 2013 stand er hier als Solotänzer auf der Bühne und ihr Ballettmeister. War es je für ihn eine Frage, in Odessa zu bleiben oder es verlassen? Seine knappe Antwort „Alles, was sich auf unserer Bühne bewegt, ist und bleibt meine Aufgabe“.

„Als die russischen Panzer über unsere Grenze rollten“, erinnert er sich, „kam unsere Arbeit zum Erliegen: Angst, Schock und die Qual der Ungewissheit beherrschten die ersten drei Kriegstage. Viele Menschen flohen in Panik aus dem Land. Am 27. Februar sagte ich zu unseren Tanzenden: ‚Wenn ihr keine Angst habt, kommt ins Theater, lasst uns versuchen zu arbeiten‘. In einer Zeit, als die Einwohner von Odessa erst einmal lernen mussten, ohne Strom, Gas, Wasser und Zentralheizung zu überleben.“

Studierende an der Kunst-und Kulturschule von Odessa

Caroline Gutman

Vitaly Kuznetsov selbst suchte nach einem Elektroofen, damit seine Nachbarn das Wasser erhitzen konnten, um ihr ihr neugeborenes Baby zu waschen. Die Russen besetzten Cherson, nur 200 Kilometer von Odessa entfernt. Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Die Kunstschaffenden nutzen diese Stimmung, bieten Ablenkung, Gemeinschaft, Solidarität. Die Bühne wird zum Ort, um der Ungewissheit der Gegenwart die Spitze zu nehmen. Da geht es nicht nur um die Zukunft eines Ballettrepertoires, das vom russischen Einfluss entschlackt werden soll. Es geht um Psychologie. Kuznetsov ging mit gutem Beispiel voran, machte den Tanzenden Mut, evakuierte die 260 Ballettstudierenden der Tanzschule. „Vor dem Krieg haben wir Festivals organisiert und sie zu Auftritten auf Bühnen in ganz Europa mitnehmen können. Als die Bomben fielen und russische Panzer ans Schwarze Meer rollten, haben wir unsere Kinder in Moldawien, Rumänien und Polen in Sicherheit gebracht, damit sie die Explosionen nicht hören.“ Es war „eine schmerzhafte Dissonanz“, wie er es nennt: für Publikum und Kunstschaffende gleichermaßen. Das Repertoire des Theaters war auch in Odessa prall gefüllt mit russischer Musik und russischen Balletten, während russische Bomben auf die Stadt regneten, die Bevölkerung töteten und ihr historisches Erbe zerstörten.

„Die Schneekönigin“ im Repertoire des Theaters in Odessa

Caroline Gutman

„Noch am Vorabend des Krieges wurden im Akademischen Theater der Musikalischen Komödie von Odessa der ‚Nussknacker‘, ‚Dornröschen‘, ‚Schwanensee‘ und andere russische Ballette aufgeführt; nach der Invasion kein einziges mehr. Odessa, wo viele Menschen Russisch sprechen, stellte auf Ukrainisch um. Es war ein natürlicher Prozess“, sagt Kuznetsov: „Nach sechs Monaten Krieg entließ Odessa seine russischen Regie- und Tanzschaffenden oder bat sie, auf ihre Honorare zu verzichten. Da viele von ihnen gegen den Krieg waren, willigten sie ein. Es gelang uns, neue Rechte für unser Repertoire zu erwerben. Das Musical „Only Girls in Jazz“ wurde aus dem Russischen ins Ukrainische übersetzt.“ Mit der neuen Fassung hatte offenbar niemand mehr ein Problem. Vorbei aber, dass Kinder in der Weihnachtszeit große Augen vor dem „Nussknacker“ machen konnten. Keine Spur mehr von Tschaikowski. Die Ballettfans strömen nun ins Akademische Theater, um Hans Christian Andersens „Schneekönigin“ in einer unterhaltsam farbenfrohen Inszenierung zu erleben.

Im Treppenhaus der Oper von Odessa

Caroline Gutman

Natürlich beeinträchtigt die Bombardierung von Odessa jeglichen Proben- und Spielplan der Theater. Alle Bühnen haben ein Standardverfahren für Luftangriffe. „Sobald wir den Alarm hören, unterbrechen wir das Ballett, bringen Hunderte von Zuschauern in den Luftschutzbunker unseres Theaters und warten. Wenn wieder Sicherheit herrscht, bringen wir das Publikum zurück auf seine Plätze und setzen die Vorstellung genau an der Stelle fort, an der wir aufgehört haben“, sagt Harry Sevoyan, der Leiter der Ballettsparte und ehemaliger Solist des Theaters, noch heute bekannt für seinen Albert in „Giselle“, Solor in „La Bayadère“, Mephistopheles in der „Walpurgisnacht“. Sevoyan weiß, wie wichtig es für Tanzende ist, die Muskeln warm zu halten, um Verletzungen zu vermeiden. Auch während der Luftalarme, die sich über Stunden hinziehen, ermöglichen wir es, dass sich die Tanzenden warmhalten können.

„Letztes Jahr mussten wir das Ballett unterbrechen und alle in einen Luftschutzbunker bringen. Ich ging hinaus, um Luft zu schnappen. Ich hörte eine gewaltige Explosion, eilte zurück – eine Ballerina stand unter Schock. Ihre Beine zitterten ohne Unterlass. Ich musste sie schnell ersetzen“, erzählt Sevoyan, die Vorstellung musste weitergehen.

Die Geschichte Odessas ist von Tragödien so geprägt wie die fleckige Rinde der Platanen, die seit über hundert Jahren entlang der Straßen der Stadt wachsen. Odessa wurde 1794 von der russischen Zarin Katharina II. an Stelle einer anderen, ehemals ukrainischen Stadt gegründet. Odessa überlebte die brutale deutsch-rumänische Besatzung von 1941 bis 1944, erlitt den Massenmord an ihrer großen jüdischen Bevölkerung und errichtete nur wenige Monate, bevor Russlands Präsident Wladimir Putin Panzer in die Ukraine schickte, ein Denkmal „Gegen das Vergessen“ zu Ehren der mehr als 25.000 Opfer des hiesigen Holocaust.

Proben zu „Suknya“ mit Witz und Ironie

Caroline Gutman

Als die russischen Streitkräfte ihre Front näher an Odessa heranrückten, fühlte es sich an, als würden sich all die Gräuel wiederholen. In der Kunstwelt gab es zudem auch Widerstand gegen die antisowjetischen Reformen. Zu schmerzhaft waren die Erinnerungen an die ideologischen Markenzeichen des Kreml, ans russische Ballett. Dagegen half nur Humor, ein in Odessa berühmt-berüchtigtes Mittel. Ironie und Witz kamen ausgiebig auch während der Proben zu „Suknya“ zum Einsatz. Beides gilt gar als Voraussetzung, um als echter Einwohner dieser Stadt zu gelten – in einem Schmelztiegel unzähliger Nationalitäten

Das Publikum genießt die „Schneekönigin“ im Opernhaus von Odessa im Februar 2025

Caroline Gutman

Vitaly Kuznetsov und Denis Rudoi nennen sich typische „Odessaner“, und tragen ihre Gefühle gern offen zur Schau. Rudoi begann als Teenager in den Theatern von Odessa zu tanzen. Seine Stadt liebt er, weil „es hier keine Tabus für Sarkasmus und guten Humor gibt“. Krieg hin oder her, jetzt erst recht: Die lokalen Musik- und Tanzfans ziehen sich ihre besten Kleider an, um auszugehen. Es ist der Sommer 2025. Am 26. Juni versammeln sich mehr als 5.000 Menschen im Ibiza Beach Club, um nur eine Stunde nach einer heulenden Raketenwarnung zu tanzen. Drei Tanzende schweben in der Luft hoch über der Menge, hängen an einem riesigen Ball – der nicht ganz ungewollt an eine Seemine erinnerte. Es ist diese Art von Sarkasmus, die gemeint ist.

Natürlich waren die Gäste des Ibitza übertrieben fein gekleidet und bestellten Sushi und Fleischplatten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass sie mitten im Krieg den Blicken der Welt ausgesetzt waren. Die VIP-Gäste füllten eine Badewanne mit Champagner, natürlich Moët & Chandon, um das Leben feiern, während der Tod, der Serienmörder in Form von Drohnen und Raketen, den Ukrainern so dicht auf den Fersen ist.

Die riesige Party und das Konzert einer berühmten Drag-Persönlichkeit, Verka Serduchka, brachten Tausende von Euro für die ukrainische Armee ein, um das Land zu verteidigen und besetzte Gebiete zu befreien. Treue, Liebe zum Vaterland und Ehrlichkeit sind einige der Themen, die sich gerade überall in der modernen ukrainischen Kunst finden. Denis Rudoi, der mit 17 Jahren sein erstes Musical „Schneewittchen“ inszenierte, arbeitet derzeit an einem neuen Stück namens „Cocoon“ über einen Außenseiter, der in der Welt der Insekten abgelehnt wird: „Sie sperren den Außenseiter in einen großen Kokon und er befreit sich als ein riesiger, bunter Schmetterling“

Das Bristol Hotel in Odessa. Die Fassade ist nach einem russischen Raktenangriff im Januar 2025 noch erhalten

Caroline Gutman

Jeden Morgen joggt Denis Rudoi über die gepflasterten Straßen seiner Stadt, sprintet entlang der von Bäumen gesäumten Boulevards und nimmt den Weg durch den Schewtschenko-Park zum Strand von Lanzheron. Überall, wo er vorbeikommt, hört er Klavier- oder Geigenklänge, die aus offenen Fenstern dringen – die Liebe zur Musik und zum Tanz schützen ihn und alle anderen Kunstschaffenden dieser Stadt. „Hin und wieder vor einer ‚Suknya‘-Aufführung, wenn ich mich als Satan schminke, höre ich die Luftschutzsirenen und denke mir: ‚Wenn ich mein Leben in einem Granatenhagel beende, dann lieber in einem gut gebügelten Kostüm und in vollem Make-up.‘ Aber ich werde nicht untergehen, denn ich bin noch lange bereit, die Menschen in dieser albtraumhaften Zeit zu unterhalten“.

Das Opernhaus von Odessa in der Dämmerung

Caroline Gutman

Während der russischen Angriffe auf Odessa im ersten Jahr spielten die Theater noch russische Musik. Als die russischen Bomben weiter auf die überwiegend russischsprachige Stadt regneten, wurden Veränderungen immer dringlicher. Im Juni 2022 griff die Regierung  ein: Das ukrainische Parlament verbot öffentliche Aufführungen russischer Lieder, „mit Ausnahme derjenigen Interpreten, die Russlands vollständige Invasion der Ukraine verurteilen – die Liste dieser Musiker wird vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine auf der Grundlage einer zuvor beim Sicherheitsdienst der Ukraine eingereichten Erklärung über die Haltung der einzelnen Personen geführt“, so steht’s im Gesetzentwurf.

Im Dezember 2022 rief der ukrainische Kulturminister Oleksandr Tkachenko zu einem Boykott der russischen Kultur auf. Das Ballett machte den Großteil aus. Denis Rudoi und Valery Kuznetsov nahmen die Herausforderung an: „Es gibt doch nichts Inspirierenderes, als neue Formen zu schaffen. Wir experimentieren mit Symbiosen, ganz verschiedenen Elementen, verschmelzen westliche und ukrainische Kunst“, sagt Rudoi. Im August 2022, etwa sechs Monate nach Kriegsbeginn, choreografiert Kuznetsov ein Musical nach einem Stück des ukrainischen Dramatikers Mikhailo Staritsky. Der  Titel: „After Two Bunnies“. Das Musical handelt von einem Friseur im vorrevolutionären Kiew, dessen Vorliebe für Partys, Glücksspiel und Alkohol ihn in den Ruin treibt. Also heiratet er eine reiche Frau, sehnt sich aber nach einer tugendhaften Schönheit aus der Nachbarschaft, die ihn verachtet. Politisch betrachtet, ein schillernd-doppeldeutiges Stück sehr guter Unterhaltung.

Das Taras-Schewtschenko-Monument des Nationaldichters in Kiew, eingepackt und geschützt

Caroline Gutman

„Das Umdenken in unserer Kultur geht weiter“, sagt Valery Kuznetsov. „Wir spielen jetzt auf Ukrainisch. Das Musical „After Two Bunnies“ spielt in einer Ukraine des 19. Jahrhunderts, als man lieber Russisch und Französisch mischte, weil Ukrainisch noch gar nicht chic war“, erklärt Kuznetsov. Und heute? Seit den ersten Angriffen auf Odessa im Jahr 2022 füllen die Kunstschaffenden Sandsäcke am Strand und tragen sie in die Stadt, um ihre historischen Kunst- und Architekturdenkmäler zu schützen. Diejenigen, die sonst die Kostüme für die Tanzenden und Singenden nähen, nähen auch Tarnnetze und Kälteschutzkleidung für Soldaten. Die Jahre vergehen, der Krieg hört nicht auf. Die lokalen Theater lernten zu überleben und ihr Publikum mit Moral und doppeltem Boden zu unterhalten.

Licht fällt durch eine Vorhang im Backstage-Bereich

Caroline Gutman

Anfang dieses Jahres war der Boden des Flurs des Akademischen Theaters der Musikalischen Komödie in Odessa mit Glasscherben übersät. „Sehen Sie, das ist unsere Realität – für ein westliches Theater muss allein das schon unvorstellbar sein“, sagt Valery Kuznetsov und zeigt auf die Scherben eines zerbrochenen Fensters. „Natürlich leiden unsere Tänzerinnen und Tänzer unter Angstzuständen. Aber wenn wir an unsere ukrainischen Studierenden denken, die trotz allem weiter am Ballett festhalten, und an unser Publikum, dann springen wir vor Freude auf und tanzen.“